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Mittlerweile hat Theo seinen ersten Geburtstag gefeiert und ist richtig gut gewachsen. Zwar nicht in die Länge aber er hat sich halt zu einem Kleinkind entwickelt.
Ende März fuhren wir dann in die Kinderklinik der Stadt Köln um die Operation am Dickdarm durchführen zu lassen. Denn er hatte leider ein Problem: Eine Untersuchung von Theodors Dickdarmes kurz nach seiner Geburt hatte ergeben, dass im letzten Stück die Nervenzellen nicht in ausreichender Menge gewachsen waren. Man nennt diese Situation Morbus Hirschsprung. In einer zweiten Untersuchung im Herbst 2005 konnte auch nicht festgestellt werden wie lang das Stück ist, welches nicht ausreichend versorgt ist, so dass es vielleicht möglich gewesen wäre, dass 2/3 des Darmes betroffen sind und entfernt werden müßten. Die erste Aussage der Ärzte lautete: Wäre dies der Fall, so müßte Theodor sein Leben lang mit einem künstlichen Darmausgang leben. Das wollte und konnte ich so nicht stehen lassen und meine Kinderärztin empfahl uns einen Spezialisten (Dr. Boemers) in Köln. Nach einem ersten Termin war klar, dass der Darmausgang auf jeden Fall zurück verlegt werden könne, egal wie lang das zu entfernende Stück sein. Und es hat funktioniert. In der Kinderklinik der Stadt Köln wurde Theo am 22. März 2006 am Dickdarm operiert. Und obwohl nunmehr doch alle Nervenzellen in ausreichenden Menge nachgewachsen waren, mußte ein Stück Darm entfernt werden. Es waren nicht genug Blutgefäße vorhanden um eine einwandfreie Funktion des Darmes zu gewährleisten. Denn wo keine Blutgefäße, da kein Sauerstoff und wo kein Sauerstoff da, keine Muskelkontraktion.
Es ist alles gut gegangen und seit dem trug er einen künstlichen Darmausgang aus dem Dünndarm. Es ist auch alles so gut verheilt, dass am 23.Mai 2006 (am Geburtstag seines Vaters) der künstliche Darmausgangendlich zurück verlegt werden konnte. JIPPIEH!! Der 23. Mai 2006 war ein super anstrengender Tag, den ich wohl nie vergessen werde und der mich und meinen Mann an den Rande des Wahnsinns getrieben hat. Denn obwohl es für die Chirurgen in Köln ja nur eine Routineoperation war, wurde Theo als 3. des Tages in den OP-Plan genommen nach einer absehbar schwierigen Operation eines anderen Kindes. Da aber keiner irgendwelche Informationen aus der OP-Abteilung an die Station gab, wie lange diese 2. Operation dauern würde, wurde Theo wie "normal" auf die OP vorbereitet. Das heißt er durfte um 8.00 Uhr das letzte Mal etwas trinken, da die Planung eine OP Aufnahme um 10.00 Uhr vorsah. Theodor mußte 6 Stunden auf den Beginn der Operation warten und wurde erst um 16.00 Uhr in den OP gerufen! Es war sowohl für den kleinen Kerl als auch für uns Eltern eine absolute Strapaze! Und ich kann mir nicht vorstellen, dass niemand aus dem OP Team so viel Erfahrung gehabt haben soll, dass die Dauer der Voroperation nicht ungefähr schon am Vortag oder spätestens bei Tagesbeginn abzuschätzen gewesen wäre. Wenn man uns von Anfang an gesagt hätte Theo kommt vor 14.00 Uhr nicht an die Reihe, hätte er noch fröhlich um 12.00 etwas zu trinken bekommen können. Und wir Eltern hätten uns nicht wie Tiger in einem Käfig gefühlt. Letztendlich sind wir ja auch nicht zum Mittagessen gegangen um ja nicht den Moment der Aufnahme in den OP zu verpassen. Denn auch wenn vielleicht mein Magen nebensächlich ist. Auch Eltern sind in solchen Situationen einem extremen Streß ausgesetzt und haben ein Recht darauf Nahrung zu sich zu nehmen oder in Ruhe die Toilette aufsuchen zu können oder einfach einmal an die frische Luft zu kommen wenn der Filius schläft. Wir danken hier ausdrücklich dem Stationspersonal der Station A4, die mit uns gelitten haben und ständig versuchten heraus zu bekommen wann Theo jetzt endlich drankommt. Zumal,
die letzten
2 Monate sehr anstrengend waren und ich kaum noch Nerven hatte den Ausgang
zu versorgen. Da der Dünndarmstuhl noch viele Verdauungsenzyme enthält ist er
sehr viel ätzender für die Haut rings um den Ausgang als vorher der
Dickdarmstuhl. Deswegen mußte die Versorgung zweimal (manchmal auch öfter)
gewechselt werden. Morgens war es immer noch so weit in Ordnung aber abends war
die Haut eben sehr stark angegriffen und wund, Na ja jetzt ist es ja geschafft und Theo macht sich prächtig. Er ist heute von der Intensivstation bereits auf die normale Station verlegt worden und sein Papa ist jetzt bei ihm. Jetzt muss er noch 7 Tage mit künstlicher Ernährung auskommen und dann darf er wieder normal essen und vor allem normal in die Windeln machen. Hier noch ein paar Photos von Theo in den letzten Monaten:
"Die typische Downie-Schnute kann ich schon!" Februar 2006
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