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Mir geht es so la la. Der Winter nervt und es ist genauso wie vor 5 Jahren, als ich diesen fürchterlichen Februar im Krankenhaus in St. Augustin verbringen mußte. Dunkel, kalt und einfach nur ekelig. Jedesmal, wenn ich aus dem Fenster schaue, wird mir so schwermütig ums Herz und jeglicher aus den Ecken zusammengekratzter Elan verschwindet im Schneegrieselregen. Damals ging es darum dass Theo zunimmt. Aber wie soll ein Menschlein von solchen Supermengen von 20ml pro Fläschchen zunehmen? Ich kann mich total gut an diese Wiegezeremonie erinnern. Jeden Tag kamen so 20 – 50 gr. mehr auf die Waage und dann plötzlich auf einen Schlag: +100gr.!!! Das war wie ein Fest! Denn der Arzt hatte angekündigt, dass wenn er 2500,00 Gramm wiegen würde, könnte ich endlich mit ihm nach Hause fahren. Am nächsten Tag war dann die Enttäuschung dafür umso größer, als er nichts zugenommen hatte. Einfach nichts; obwohl er getrunken hatte! Und ich hatte den totalen Krankenhauskoller. Einen Abend hatten mir die Schwestern unerlaubterweise einen Fernseher zur Verfügung gestellt und ich war glücklich wie zu Weihnachten, dass ich endlich einmal wieder Kontakt zur großen weiten Welt hatte.
An einem Wochenende als mein Mann
Freitags kam, hatte ich schon meine Sachen gepackt und wollte für dieses
Wochenende nach Hause fahren. Abgepumpte, eingefrorene Muttermilch war
ausreichend vorhanden. Aber da hatte ich die Rechnung ohne meinen Gatten
gemacht: „Eine Mutter gehört zu ihrem Kind.“ Gegen dieses Argument hatte
ich keine Chance und ich blieb.
Nun ja, das ist ja nun alles vorbei und ich erinnere mich auch nur jetzt wieder
daran, weil das Wetter so ähnlich ist. Und meine Stimmung heute so sehr der
Stimmung damals ähnelt: Es ist super anstrengend, sich aufrecht zu halten und
dann gibt es aber doch auch immer wieder gute Momente und die Hoffnung auf
Besserung trägt mich weiter. ....
Auch der Gang zum Friedhof ist im Augenblick schwer: Die Blumen auf Theos Grab
sind total vermatscht und all die schönen Schalen und Gestecke, die ich und
Freunde aufgestellt haben sind hinüber.
Nur ein Gesteck ist immer noch gut: Eine Schale aus Rinde mit Tannengrün und
Kiefernzapfen und einem Herzchen mit dem Text “Danke, dass es Dich gab“ ist
noch da und wirkt eine Grabinschrift. Wenn es geht und der Vater damit
einverstanden ist würde ich diesen Satz gerne auf den Stein übernehmen: Danke,
dass es Dich gab. ....
Am Sonntag werde ich die letzten Unterlagen für meinen Wiedereintritt in die
Kirche bekommen und dann auch offiziell wieder aufgenommen sein. Ist schon
seltsam spannend. Ich bin wirklich gespannt was mich erwartet und wie meine Erstkommunion ablaufen wird. Denn das wird wohl noch stattfinden. Für morgen habe ich mir schon ein Programm zurecht gelegt, denn die Wochenenden sind irgendwie fürchterlich lang und einsam, wenn ich nicht raus komme. Ich werde mir den Film Avatar noch einmal ansehen. Und Abends in die Oper gehen. Damit ist dann Karneval auch vorbei. Sonntag geht noch der große Umzug durch Wattenscheid, den ich mir vom Fenster aus ansehen werde und vielleicht gucke ich ja doch die Aufzeichnung der Puppensitzung des Kölsch Hännes’chen Theater. Denn eigentlich bin ich enne Fastelovensjeck! In diesem Sinne an alle die Spaß am Karneval haben: Alaaf und Helau! |
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